Markus Heft

Dokumentar- und Portraitfotograf aus Hannover

Wir sind hier. Wir sind queer.
Wie geht es anderen jungen queeren Menschen? Mit dieser Frage gingen der Fotograf Tim Kirchhof und ich in den Austausch in unserer Community. Kollaborativ entstand eine Portraitserie, die ganz persönlich beantwortet: “Wie geht es mir als queere Person?”. Das Erleben der eigenen Identität, die Suche nach sicheren Räumen und das Verarbeiten von erlebten Verletzungen steht hier im Vordergrund. Gleichzeitig zelebrieren die Fotografien aber auch das Queer sein, die Freiheit sich auszudrücken und geben Raum, um das Gefundene auszuleben und zu präsentieren. Die Konzepte der Portraits wurden gemeinsam mit den Protagonist*innen entworfen und so entwickelte sich Bild für Bild eine Sammlung an individuellen Geschichten.
Die Unsichtbaren
Nicht nur ältere Queers sind in der Öffentlichkeit oft nicht sichtbar – auch queere Geschichte im Allgemeinen. Eine Geschichte, die nicht in unseren Schulbüchern steht. Eine Geschichte, die nicht am Familientisch erzählt wird. Eine Geschichte, die nicht zum Allgemeinwissen gehört. Vielmehr eine Geschichte, die als Spezialwissen nur denjenigen zuteilwird, die explizit danach fragen. Mein persönlicher Antrieb entspringt der Suche nach queeren Vorbildern. Ziel der kollaborativen Portraitserie ist es daher, einen Austausch der Generationen anzuregen, vor allem aber auch der LGBTQIA+ Generation ab 50 zuzuhören.
Cruising-Orte
Auf den Spuren von gelebter Sexualität habe ich Hannovers Cruising-Orte dokumentiert. Die meist semi-öffentlichen Orte dienen den Besucher*innen als Parallelwelt, in der sie schnellen, anonymen Sex ausleben können.
Menhire im Harz
Wernigerode im Harz war der Startpunkt meines fotografischen Roadtrips. Von meiner Heimatstadt aus bin ich nach Benzingerode gewandert. Ziel meiner Reise waren drei Menhire zwischen Heimburg und Benzingerode. Meine Wanderung wurde zur fotografischen Spurensuche nach Kindheitserinnerungen und dem Wunsch nach Versöhnung mit den Orten, an denen ich aufgewachsen bin.
Wolfgang und Johannes
Queeres Leben existiert nicht erst seit dem Zeitpunkt, ab dem dieser Begriff den politischen und gesellschaftlichen Mainstream erreicht hat. Für meine Reportage begleitete ich das Leben von Wolfgang und Johannes sowie deren Sohn Manuel über einen Zeitraum von drei Monaten. Die beiden sind seit 38 Jahren zusammen, seit 2001 verpartnert und haben 2017 geheiratet. Seit Beginn ihrer Partnerschaft kämpfen Wolfgang und Johannes darum, dass ihr Lebensmodell gesellschaftlich akzeptiert und legitimiert wird, aber auch um rechtliche Gleichstellung. Die Motivation für diese Arbeit entspringt meinem Interesse, wie sich z. B. Alltag, Älterwerden oder auch Zukunftsperspektiven in einer Lebensform darstellen, für die die Gesellschaft bisher wenige oder keine Vorbilder liefert – anders als bei heteronormativen Paaren.
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